Nachrichten - 22nd November 2017
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Berlin-Story über Menschen aus vielen Ländern, die sich um andere kümmern und gerne laufen

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Es begann mit einer E-Mail von parkrun mit der Schlagzeile „parkrun kommt nach Deutschland“. Das war genau das, worauf Grit und Andy gewartet hatten! Beide kannten parkrun aus Großbritannien und waren total begeistert, dass es vielleicht schon bald einen parkrun in Berlin geben würde.

 

Karin saß an einem Sonntagabend im Wohnzimmer und las erneut den Post auf einer Nachbarschafts-Website über diese Organisation, die sich parkrun nennt und ankündigte, dass sie nach Deutschland kommen wird. „parkrun. Noch nie gehört.“ Sie klickte durch die links, „Treffen mit dem parkrun-Gründer Paul Sinton-Hewitt am Montagmorgen um 7 Uhr im Tiergarten für einen 5 km-Lauf“ las sie dort und dachte sich ‚wow, das ist verdammt früh!‘ ‚Ob ich das packe?‘ ‚So früh aufstehen…. Und dann noch 5 km laufen! – Das habe ich noch nie geschafft!‘

 

„Bei parkrun geht es um das gemeinsame Miteinander, zusammen aktiv zu sein und unsere Mitglieder, auch Marshalls genannt, sorgen dafür, dass niemand alleine läuft, vor allem nicht die langsamsten am Ende des Feldes…“ Das zu Lesen beruhigte sie ein wenig.

 

Sie schaute auf ihre Finger, während diese plötzlich wie ferngesteuert auf der Tastatur herum klickten und las auf dem Bildschirm: ‚Super Idee, ich nehme die Herausforderung an und werde Montagmorgen auch da sein!‘“ ‚Waaaaas? Wer hat das geschrieben? Und dann auch gleich noch auf Facebook, so dass es alle sehen können! Nun gibt es kein Zurück.‘ kam ihr perplex in den Sinn und wurde sich bewusst, dass sie total nervös wurde, schwitzte. In dem Moment machte es auf ihrem Hand‚ ping‘ und sie las die Nachricht von ihrem Freund‚ und musste lachen.

 

Montagmorgen klingelte um 5:30 der Wecker und tatsächlich schafften es Karin und Daniel aus dem Bett, rauf auf das Fahrrad und rechtzeitig im frühmorgendlichen Sonnenschein zum Sommerende und Herbstanfang, um kurz vor 7 am Eingang vom Tiergarten zu sein. Sie sahen ein paar Läufer, die sich auf English unterhielten und wild herum fotografierten – den Sonnenaufgang mit Brandenburger Tor, die Straße des 17. Juni fast ohne Autos, die Sonne durch die Bäume in der Frühe…. „Entschuldigung, seid ihr zufällig von parkrun?“ fragte Karin und erwischte mit der Frage Tom Williams und James Kemp, die gerade zusammen mit Paul Sinton-Hewitt und noch anderen von parkrun UK in den Tiergarten einliefen. Wenige Meter weiter warteten schon andere Läufer und kurz danach gesellten sich noch einige mehr dazu.

 

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„Kennt ihr parkrun?“ wurden Karin und Daniel von den Engländern gefragt. „Nein, noch gar nicht und ich bin auch überhaupt kein Läufer!“ sagte Karin lachend „ich bin nur hier, weil ich es auf der Nachbarschaftsplattform gelesen hab und dort stand, dass jeder willkommen ist. Denn ich bin eher eine Schildkröte als Läuferin.“ Die anderen Lachten mit ihr und einige schauten ein wenig erstaunt.
„Nachbarschaftsplattform?“ rief Grit ganz erfreut „das habe ich dort gepostet!“ Blicke wechselten zwischen Grit und Karin, sie lachten, andere schauten fragend und schon war es besiegelt – wir sind uns sympathisch!

 

Der gemeinsame Morgenlauf mit allen Teilnehmern im Tiergarten wurde zu einem wunderschönen Zickzack-Lauf im Morgensonnenschein mit Fotostops, denn derjenige, der den Kurs vorgeschlagen hatte war gar nicht da und es stellte sich später heraus – es war Andy.
Karin schaffte es sogar der Unterstützung von Daniel, James und Paul fast die komplette Strecke durchzulaufen, einige Gehpausen wurden eingelegt, in denen Paul seine Geschichte zur Entstehung parkruns erzählte (davon berichten wir dann ein anderes Mal) und zum Abschluss hatte sie schon in dem Moment das Gefühl, tolle neue Menschen kennengelernt zu haben, die zu Freunden werden konnten.

 

Ende September traf sich das Berlin-Team wieder, (die Engländer waren ja nur für einen Tag vor Ort,) um eine Strecke im Tiergarten zu finden und das war der eigentliche Beginn der drei Berliner Musketiere (Grit, Andy, Karin mit Daniel als D’Artagnan). Es folgten weitere Treffen und Läufe, um die Unterlagen für den Tiergarten vorzubereiten, zu denen auch andere kamen.

 

Wir feilten mit vollem Enthusiasmus an der Route, allen möglichen Problemen, die zu berücksichtigen waren und brauchten doch einige Wochen, um die richtige Ansprechpartnerin bei der zuständigen Behörde für den Tiergarten in Berlin-Mitte, ausfindig zu machen. Mit allem Elan und positiven Energien präsentierten wir parkrun der Mitarbeiterin des Grünflächenamtes. Leider kamen diese Bemühungen in Form einer recht schroffen Ablehnung zu einem unerwarteten und abrupten Ende. Traurigerweise wurden wir in die Schublade der Problemverursacher, statt die der Freiwilligen-die-etwas-für-ihre-Stadt-und-Menschen-tun, gesteckt. Die Absage machte uns traurig, vor allem bei so viel Unverständnis und Bürokratie.

 

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So leicht sind wir nun aber doch nicht unterzukriegen. Plan B war schon im Ärmel! Noch am gleichen Tag wurde dieser Plan B – der Volkspark Hasenheide – für den ein anderes Bezirksamt zuständig ist, in Angriff genommen. Grit hatte diesmal genau die richtige Person beim Bezirksamt Neukölln als Gegenüber. Hier wurden wir mit offenen Armen empfangen und nicht nur von den Mitarbeitern des Bezirksamtes, sondern auch vom Ordnungsamt und der Polizei sofort unterstützt. In kürzester Zeit und parallel zu dem was wir für den Start zu planen und leisten hatten, kam auch die Bewilligung. Welch eine Überraschung und welch ein Unterschied!

 

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In der Zwischenzeit hatten wir auch über soziale Medien und mit Jakubs Hilfe neue Mitstreiter gefunden, die nun auch schon mit uns im Park unterwegs waren, um die Strecke zu testen und die Kamele zu sehen. ‚Kamele?‘ ‚Wo gibt es hier Kamele?‘ ‚Doch es soll Kamele im Volkspark Hasenheide geben!‘ Bisher sind sie aber noch ein Mythos. Andy behauptet jedenfalls felsenfest, dass es sie gibt. Wir hoffen auf den Frühling und vielleicht gibt es dann auch einen Preis für diejenige oder denjenigen, der sie zuerst sichtet!

 

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Berlin hat nun eine internationale Gruppe enthusiastischer Läufer, Geher und Freiwilliger – bisher vertreten im Team und als Mitstreiter sind neben Deutschland und Großbritannien auch Spanien, Japan, Polen und Südafrika – die es alle nicht erwarten können, im neuen Jahr an den Start zu gehen.

 

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Und Du? Was ist mit Dir? 

 

Auf – jeden Samstagmorgen um 9 Uhr im Park „Hasenheide“ in Neukölln!

Lauf mit uns und werde auch ein Hase ;-), finde die Kamele oder freue Dich einfach „nur“ dabei zu sein. Wir freuen uns auf Dich!

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