Nachrichten - 26th September 2018
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Neckarauer parkrunner als Begleitläufer im Berlin Marathon

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Simon Watharow, ein regelmäßiger parkrunner in Jells Park, ist dieses Jahr von Australien nach Deutschland geflogen um den Berlin Marathon zu laufen. David Sweeney, Svenja Beck und Martin Beck, alle Standortleiter bzw. Laufleiter von Neckarau parkun, halfen ihm bei seinem Plan. Denn Simon ist blind. Darum bedarf es der Zusammenarbeit im Team, um Simon über den Kurs zu navigieren und weder Simons noch die Sicherheit anderer Läufer zu gefährden.

 

Team Simon bildete über die 42.195 km eine unschlagbare Einheit. So arbeiteten sie sich durch das dichte Marathonfeld innerhalb einer Dreiecksformation, in der rotierend drei verschiedene Positionen eingenommen wurden.

 

Svenja Beck beschreibt vor dem Lauf die Strategie: „Ein Begleitläufer wird stets links neben Simon laufen, verbunden durch eine Kordel in den Händen, um die eigentliche „Guide“-Funktion zu übernehmen. Er bzw. sie gibt ihm verbale Hinweise zum Bodenbelag, Kurven, Hindernissen, Stolperstellen und vielem mehr.

 

Der zweite Begleitläufer wird wenige Meter voranlaufen und agiert als „Bulldozer“, indem er andere Läufer freundlich darauf hinweist, dass ein blinder Läufer mit Begleitläufer von hinten herankommt und etwas mehr Platz benötigt.“, erklärt David Sweeney. Als besonders herausfordernd stellte sich diese Position im Rahmen des Berlin Marathons heraus, weil der Bulldozer im sehr internationalen Läuferfeld multilingual arbeiten musste und es zugleich die fantastische Stimmung und Musik aus den Zuschauerreihen zu überschallen galt.

 

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Der dritte Begleitläufer“, ergänzt Martin Beck, „wird auf der rechten Seite von Simon laufen, um ihn auch von dieser Seiter absichern zu können, die Gasse vor Simon freizuhalten und plötzlich zwischen dem Bulldozer und Simon geratende Hindernisse zu überwinden.“

 

Obwohl das Team zu viert unterwegs war, war es ein großer Kraftakt. Und so war die Freude natürlich groß, als das Ziel erreicht wurde und das Lächeln in den Gesichtern noch größer war. Alle waren sich einig, dass es ein großartiger Tag war.

 

Ehe Martin und Svenja im Oktober 2018 nach Deutschland zogen und Neckarau parkrun in Mannheim mit aufbauten, war ihr Heimatparkrun Jells parkun in Melbourne. Dort haben sie Simon und den Laufverein Achilles kennen gelernt. Achilles ist ein Laufverein, der Sehbehinderte mit Sehenden in Kontakt bringt und dadurch Blinden und Sehbeeinträchtigten ermöglicht, diesen tollen Sport zu betreiben. Zugleich macht die Kombination aus blindem Läufer und Begleitläufer den Laufsport zu einem unvergleichlichen Mannschaftssport. Neben wöchentlichen Trainingsläufen und den gelegentlichen Laufveranstaltungen ist auch parkrun ein wesentlicher Bestandteil der Achilles-Gemeinschaft in Australien.

 

Darum lief vor allem Svenja regelmäßig zusammen mit Simon den Jells parkrun und eine tolle Freundschaft zwischen Svenja, Martin und Simon entstand. Für den Berlin Marathon ergänzte mit David jemand das Team, der nicht nur Standortleiter des Neckarau parkrun ist, sondern auch erst kürzlich den London Marathon gelaufen war. „Ich zögerte keine Sekunde und sagte diesem Abenteuer zu, als Svenja und Martin mich fragten das Team für den Berlin Marathon zu ergänzen“, so David. Nun stand dem Projekt Berlin 2018 nichts mehr im Wege und Simon machte seinen Traum wahr, besuchte Svenja und Martin Beck in Mannheim und verband dies zugleich mit dem Berlin Marathon – und natürlich parkrun.

 

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Am 15. September, d. h. am Samstag vor dem Berlin Marathon liefen sie bereits den Hasenheide parkrun in Berlin, mit über 500 Läufern das bisher größte Event seit dem Start von parkun Deutschland im Dezember 2018. Am 22. September wird Simon den Neckarau parkrun laufen. Auch wenn die Strecke ein bisschen kürzer ist als ein Marathon, wird es ganz bestimmt eine mindestens genauso schöne Erfahrung. Und Simon freut sich natürlich schon ganz besonders darauf, anschließend endlich beim legendären parkrun Frühstück am Neckarauer Strandbad dabei zu sein.

 

 

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