Nachrichten - 24th April 2019
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parkrun kennt keine Grenzen: mein Freund André Lubitz

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Dieser Artikel wurde uns freundlicherweise von parkrun Polska zur Verfügung gestellt und ist hier im Original zu finden. Agnieszka Pater hat den Artikel geschrieben.

 

Als ich im Dezember letzten Jahres die Gelegenheit hatte, am parkrun in Świnoujście teilzunehmen, freute ich mich nicht nur darauf, Joanna Szafrańska (eine der Standortleitenden) wiederzusehen. Ich bin ein Fan der Halbinsel Usedom, sowohl des polnischen als auch des deutschen Teils. Mir gefällt Usedom – die Landschaft ist wunderschön, es gibt viel Grün, das Meer und viele kleine Ortschaften und Gassen zum Schlendern und Radfahren. In der Nebensaison, wenn es keine so großen Menschenmengen gibt, findet man besonders auf der Seite unserer Nachbarn, Ruhe und Erholung.

 

Vor meiner Reise wusste ich auch, dass ich mit einem deutschen Läufer und Helfer sprechen wollte. André Lubitz ist regelmäßiger Gast beim Świnoujście parkrun. Die polnischen Teilnehmenden sprachen mit soviel Sympathie von ihm, dass es unmöglich war, ihn während meines Besuches zu ignorieren. Am Ende haben wir uns nicht nur unterhalten, sondern auch ein kurzes Interview mit ihm geführt. Um ihn besser beschreiben zu können, bat ich Joanna Szafrańską um einige ergänzende Worte:

 

André Lubitz tauchte vor ungefähr einem Jahr still und leise bei parkrun auf. Still und leise, weil uns fast jeden Samstagmorgen eine recht große Gruppe deutscher Teilnehmender begrüßt. André war zunächst etwas schüchtern und wurde mit der Zeit mutiger, versuchte er doch mit der Zeit mit uns zu kommunizieren. Was uns dabei besonders für ihn einnahm, war, dass er hier und da polnische Worte in seine Sätze einfließen ließ. Er fragte, wie es auf Polnisch heißen würde und es war klar, dass unsere parkrun-Atmosphäre zu ihm passte. Er ist ein sehr fröhlicher und zuvorkommender Mensch, weshalb seine Güte und sein guter Humor oft von anderen geteilt werden. Samstags ist er als einer der Ersten im Park und hilft beim Aufbau. Er ist nicht nur Teilnehmender, sondern auch unser deutscher Helfer. Er identifiziert sich mittlerweile so sehr mit uns, dass er ein T-Shirt der örtlichen Laufgruppe Biegacze Świnoujście gekauft hat und oft mit Accessoires in polnischen Nationalfarben läuft.

 

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Und das hat er mir selbst erzählt:

 

„Ich bin 47 Jahre alt und wohne in Lassan, vor der Insel Usedom (Lassan liegt auf dem deutschen Festland. Ungefähr 50 km westlich von Świnoujście – Anm. A.P.). Ich war schon immer leicht übergewichtig, aber 2015 hatte mein Gewicht seinen Höchststand erreicht: 172 kg. So durfte es nicht weitergehen. Im Februar 2016 wurde mein Magen mit Zustimmung meiner Krankenversicherung operativ verkleinert. Derzeit halte ich ein Gewicht von zwischen 95 und 99 kg. Und vor ungefähr zwei Jahren entdeckte ich das Laufen für mich.

 

Im Februar 2017 habe ich zum ersten Mal am Świnoujście parkrun teilgenommen. Mein Freund Felix hat mich hierher begleitet. Ich war etwas nervös, weil ich bisher alleine lief. Ich wurde jedoch wie ein alter Freund begrüßt: sehr herzlich und freundlich. In der Zwischenzeit habe ich viele Leute aus Świnoujście kennengelernt und ich kann sagen, dass wir Freunde geworden sind. Also alles gut gelaufen!

 

Wie gesagt, bin ich sehr glücklich darüber, dass ich die Möglichkeit hatte, mich operieren zu lassen. Es war zwar ein gefährlicher und schwieriger Eingriff, aber ich würde es wieder tun. Ich habe jetzt ein neues Leben. Alles ist einfacher. Im Oktober 2017 bin ich meinen ersten Halbmarathon gelaufen. Zusammen mit Christine von der „Laufmütze Usedom“ (eine deutsche Laufgruppe im grenznahen und benachbarten Ahlbeck – Anm. A.P.), die mich begleitete und motivierte, als ich aufgeben wollte. Trotz der Operation muss ich sehr diszipliniert leben und darauf achten, was ich esse. Die Operation ist nur ein Teil des Ganzen und würde ich wieder mehr essen, würde ich wieder zunehmen, was ich nicht will. Deshalb treibe ich Sport und ändere meine Essgewohnheiten. Keine schweren Saucen, mehr Gemüse und gesundes Essen.

 

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Am Anfang war parkrun nur ein Lauf für mich, aber mit der Zeit wurde es zu einem Lauf und einem Treffpunkt mit Freunden. Im letzten Jahr habe ich viele polnische Freunde getroffen und Świnoujście ist eine wunderschöne Stadt. Ich habe auch eine besondere Beziehung zu Polen, weil meine Urgroßmütter, Großmütter, Tanten und Onkel in Sławsk in der Nähe von Słupsk gelebt haben. Ich war schon zweimal dort und wurde auch dort sehr herzliche empfangen.“

 

André fügte am Ende noch hinzu:

 

„Die Leute vom Świnoujście parkrun sind mit den Mitgliedern der „Laufmütze Usedom” befreundet. Der Sport bringt uns alle näher zusammen. Es ist jedes Mal toll, zusammenzukommen, sich gegenseitig zu helfen und zusammen joggen zu gehen!“

 

Auf die Frage, ob er einen besonders schönen Ort auf Usedom kennt, den er empfehlen würde:

 

„Auf Usedom ist alle sehenswert von Penemünde über Świnoujście bis zur Insel Wolin. Eine großartige Gegend voller wunderschöner Landschaften. Jeder sollte sie für sich entdecken. Die Gegend um die Insel ist ebenfalls empfehlenswert.“

 

Dank des Treffens im Kurpark von Świnoujście kam ich nicht nur an die frische Luft, sondern traf auch nette Leute und unterhielt mich gut mit der Schlussbegleitung, die ich begleitete. Ich habe auch André kennengelernt, der einfach erwähnt werden muss und oft als Freiwilliger hilft. Er ist sehr herzlich. Ohne zu zögern sprach er über die Probleme seines Übergewichts und darüber, wie sehr parkrun ihm dabei hilft, sein Gewicht zu halten. Er betonte auch, wie sehr er sich über die Freundschaften hier freut. Mit ebenso großer Zuneigung sprach er über seine polnischen Freunde. Die polnischen Teilnehmenden sprechen genauso über ihn, und die Anzahl der deutschen Teilnehmenden zeigt jeden Samstag, wie sehr unsere Nachbarn den parkrun auf der polnischen Seite schätzen.

 

Fotos: Joanna Szafrańska und Tomasz Szafrański (parkrun Świnoujście)

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