Nachrichten, Presse - 2nd October 2019
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15. parkrun-Geburtstag

15th anniversary_cover

Am Samstag, den 2. Oktober 2004 trafen sich 13 Läufer und fünf freiwillige Helfer im Bushy Park in Teddington, London, zu einem kostenlosen 5-km-Lauf mit Zeitnahme. Dieser Lauf wurde damals „Bushy Park Zeit Versuch (Bushy Park Time Trial)“ genannt. Zu diesem Zeitpunkt war noch nicht klar, was sich daraus einmal entwickeln würde.

 

parkrun-pioneers

 

15 Jahre später haben bereits mehr als vier Millionen Menschen in 21 verschiedenen Ländern auf der ganzen Welt einen parkrun absolviert. Das sind insgesamt 53,8 Millionen parkruns!

 

Aber wie kam es, dass sich aus dem Bushy Park Zeit Versuch ein globales Phänomen entwickelte?

 

Anfängliches Wachstum

 

Die Anzahl der parkrun-Standorte ist vor allem in den letzten fünf Jahren rasant auf derzeit knapp 2000 gestiegen. Jede Woche gibt es Premieren von bis zu zehn neuen parkruns-Gemeinden auf der ganzen Welt.

 

Der Start der zweiten Veranstaltung dauerte allerdings mehr als zwei Jahre. Der Bushy-Park-Zeit-Versuch wurde bei den lokalen Läufern immer beliebter. Bis Ende 206 stieg die wöchentliche Besucherzahl auf fast 300. Die Nachfrage nach einer zweiten Veranstaltung stieg.

 

Shirt

 

So stimmte der parkrun-Gründer, Paul Sinton-Hewitt, zu und am Samstag, den 6. Januar 2007 startete die zweite Veranstaltung, das „Wimbledon Common Time Trial“ im nahe gelegenen Wimbledon. Der Erfolg dieses zweiten Events war ein bedeutender Schritt in der Zukunft von parkrun. Es zeigte sich, dass das parkrun-Modell wiederholt werden konnte und dass man mit dem Wachstum beginnen konnte.

 

Bis Ende 2007 gab es dann insgesamt sieben Veranstaltungen, von denen sich der parkrun nach Brighton, Leeds und Simbabwe ausbreitete. Zusätzlich wurden 24.972 Gehrunden, Joggingrunden und Laufrunden aufgezeichnet. Das Wachstum setzte sich 2008 fort, als Schottland und Wales bald zur parkrun-Familie stießen. Die Gesamtzahl der im Laufe des Jahres durchgeführten parkruns hat sich mit über 50.000 mehr als verdoppelt.

 

Es gab dann auch eine Namesänderung für die Organisation – UK Time Trials (UKTT) wurde auf den Namen „parkrun“ geändert.

 

Den Grundsätzen treu bleiben

 

Zu diesem Zeitpunkt haben einige Unternehmer bemerkt, dass sich da eine Bewegung entwickelte, mit der man viel Geld verdienen könnte. Das Erlebnis am Samstagmorgen war so großartig und besonders, dass die Leute sicherlich auch dafür bezahlen würden. Man denke nur an all die Millionen, die bei weiterem Wachstum verdient werden könnten!

 

Paul hielt aber fest an seinem Vorhaben und bestand darauf, dass parkrun seinen Prinzipien treu blieb: kostenlos, wöchentlich, für alle, für immer!

 

Hier ist das Plakat von der ersten Veranstaltung:

 

Erstes Plakat parkrun

 

Bereits von der ersten Veranstaltung an wurden die Grundlagen für das Willkommensklima von parkrun gelegt. Die Veranstaltung war für alle Läufer offen.

 

Genau das kann man auch schon im allerersten Laufbericht sehen, der zu dieser Zeit vom parkrun-Gründer Paul Sinton-Hewitt geschrieben und publiziert wurde:

 

 

 

erster parkrun report

 

Sowohl die ersten beiden als auch die letzten beiden Teilnehmer erhielten Preise, was zeigt dass die Teilnahme und nicht die Geschwindigkeit der wichtigste Aspekt war. Die fünf freiwilligen Helfer wurden für ihre Hilfe bei der Eröffnungsveranstaltung gewürdigt, was verdeutlicht, dass die Teilnahme durch Freiwilligenarbeit immer ein wichtiger Bestandteil von parkrun war und ist.

 

Am zehnten Geburtstag von parkrun wurden alle 13 Läufer und die fünf freiwilligen Helfer die man da schon als parkrun-Pioniere bezeichnete, mit goldenen Barcodes ausgezeichnet.

 

 

parkrun-Pioniere

 

Neue Technologie und internationale Expansion

 

2009 war Dänemark das nächste Land, in dem parkrun eingeführt wurde. 2010 trat Nordirland der parkrun-Familie bei, was bedeutet, dass parkrun nun in allen Heimatnationen (England, Schottland, Wales und Nordirland) stattfindet. Weitere 30 parkruns wurden gestartet und erreichten fast 250.000 Menschen, darunter auch das erste Junior-parkrun-Event.

 

2010 wurde der bei parkrun obligatorische Barcode eingeführt. Bis zu diesem Zeitpunkt beendeten die Parkläufer einfach ihren Lauf und brachten ihr Token zu einem freiwilligen Helfer der mit einem Laptop an einem Tisch saß. Sie nannten ihren Namen und der Helfer suchte diesen in der Datenbank um die Zeit richtig zuzuordnen.

 

Die brachte natürlich einige Herausforderungen mit sich – wie z.B. die Wartung der Hardware, die Verwechslung von parkläufern mit demselben Namen, lange Warteschlangen von parkläufern und die Verwendung eines Laptops im Freien bei großartigem britischen Wetter!

 

Wind und Wetter

 

Bis zum Jahr 2012 war parkrun dann mit der Einführung von Veranstaltungen in Australien, Polen und Südafrika und den USA wirklich global. In dem Jahr wurden 90 neue Events gestartet und in einem einzigen Kalenderjahr wurde es erreicht, knapp eine Million parkruns zu organisieren.

 

Das Jahr 2012 wurde beendet mit 992.308 abgeschlossenen Geh-Jogging-und Laufrunden auf der ganzen Welt.

 

Junior parkrun

 

Nach der Einführung im Jahr 2010 wurde 2013 dann ein weiterer bedeutender Schritt in der parkrun Geschichte unternommen. Am Sonntagmorgen fanden in Großbritannien weitere parkrun-Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche im Alter von 4-14 Jahren statt.

 

Diese zwei-Kilometer-Veranstaltungen haben sich als äußerst erfolgreich herausgestellt um die Kinder hin zu körperlicher Aktivität zu bringen und ihnen die Grundzüge der Freiwilligen Helfer Arbeit nahe zu bringen. Auch die Eltern und Erziehungsberechtigten konnten als Vorbild teilnehmen. Mittlerweile gibt es mehr als 300 Veranstaltungen in Großbritannien, Irland und Australien.

 

 

Junior parkrun

 

Wachsende Besucherzahlen und der parkrun „Little Stoke“

 

Ende 2014 hat parkrun seinen 10. Geburtstag gefeiert, Paul Sinton-Hewitt hatte einen CBE (Commander of the Order of the British Empire, dritte Stufe des britischen Ritterordens Order of the British Empire) erhalten und wöchentliche Veranstaltungen in Russland und in der Republik Irland gestartet. Die weltweiten wöchentlichen Besucherzahlen lagen mittlerweile bei über 60.000.

 

2015 wechselte Nick Pearson als globaler CEO zu parkrun um gemeinsam mit Tom Williams und Paul auf eine langfristige finanzielle Stabilität hinzuarbeiten und das Wachstum auf nachhaltige und proaktive Weise anzuvisieren.

 

Anfang 2016 wurde parkrun zur nationalen Schlagzeile als der Gemeinderat von Stoke Gifford Pläne zur Einführung einer Gebühr ankündigte um den Little Stoke Parkrun weiterhin zuzulassen. Trotz des öffentlichen Aufschreis und der intensiven Aufmerksamkeit der Medien stimmte der Rat dafür – da diese Gebühr aber nicht mit den parkrun-Grundsätzen in Einklang zu bringen war, musste die Veranstaltung leider für die Zukunft abgesagt werden.

 

Positiv ist zu vermerken, dass parkrun sowohl in Skandinavien als auch in Nordamerika ausgeweitet wurde. In Kanada und Schweden wurde parkrun eingeführt und mit der Einführung der parkrun apricot-Bekleidungsserie wurden weitere Fortschritte in Richtung finanzieller Stabilität erzielt.

 

apricot

 

Erreichen von größerem Wachstum

 

Mit der Mission, einen gesünderen und glücklicheren Planeten zu schaffen, wurde 2017 eine bedeutende Initiative für Gesundheit und Wohlbefinden ins Leben gerufen, mit der Einführung des weltweit ersten Gefängnis-parkuns bei HMP Haverigg in Cumbria.

 

Die Veranstaltung war ein großer Erfolg. Gefangene übernahmen die Rollen „Gehen, Joggen, Laufen und freiwilliger Helfer“. Bald darauf folgten parkrun-Veranstaltungen in mehreren anderen Haftanstalten in Großbritannien, Irland und Australien. Inzwischen finden wöchentlich 25 parkruns in Gefängnissen statt.

 

Die optionale Freiwilligenrolle “Tail Runner” wurde für alle Veranstaltungen in Großbritannien obligatorisch und in “Tail Walker” umbenannt, um unser Engagement für die Walker und Geherzu demonstrieren, und um die willkommen zu heißen, die befürchten, dass sie zu langsam sind und als Letzer ins Ziel kommen werden.

 

 

Tailwalker

 

Nachdem man ein besseres Verständnis für Hemmschwellen entwickelt hatte und erkannte was manche Menschen davon abhielt, an parkrun-Veranstaltungen teilzunehmen, erkannten wir, dass Sprache eine große Rolle spielt. Niemand wird jemals beim parkrun der Letzte sein – außer dem Schlussläufer.

 

parkrun wurde auch in Norwegen, Finnland und Deutschland eingeführt. Um sich weiterzuentwickeln und die Hürden für die Einführung neuer Veranstaltungen zu verringern, wurde die Virtual Volunteer-App erfolgreich eingeführt, so dass freiwillige Helfer nun ganz einfach mit ihren Handys Barcodes scannen können.

 

Deutschland hat als erstes Land die Vorreiterrolle übernommen und arbeitete von Anfang an nur mit der App, nicht mehr wie bisher mit den teuren Laptops, den Scannern und den Stoppuhren. Dieser Schritt wurde von allen freiwilligen Helfern in ganz Deutschland begrüßt und legt den Grundstein für einen intelligenteren und schlankeren Ansatz für den Start in neuen Ländern.

 

 

app

 

Neue Wege gehen

 

Im Jahr 2018 waren Gesundheit und Wohlbefinden weiterhin entscheidend für die strategische Ausrichtung von parkrun. Nach dem Erfolg der Häftlings-pakrun-Initiative startete der erste parkrun in einer Einrichtung für jugendliche Straftäter bei HM YOI Wetherby.

 

In einem weiteren bahnbrechenden Schritt zur Förderung der Sozial- und Lifestyle-Medizin hat parkrun gemeinsam mit dem Royal College of General Parctitoners (RCGP) die Initiative parkrun practice ins Leben gerufen, bei der sich parkrun events mit der örtlichen Hausarztpraxis zusammengeschlossen haben, um Ärzte und Gesundheitspersonal zu ermutigen, ihren Patienten zuzusprechen, sich bei parkrun anzumelden um die Gesundheit und das Wohlbefinden zu verbessern.

 

Das war ein großer Erfolg mit zahlreichen inspirierenden Fallstudien und mehr als 1.250 parkrun-Läufen, was mehr als 10% von allen Hausarztpraxen in Großbritannien entspricht.

 

 

engagement

 

Das Wachstum von parkrun auf internationaler Ebene setzte sich fort. Zum ersten Mal überstieg die Anzahl der Veranstaltungen außerhalb Großbritanniens die Anzahl der Veranstaltungen innerhalb von Großbritannien, was auch durch die Einführung von parkrun in Malaysia vorangetrieben wurde.

 

Um die finanzielle Stabilität von parkrun weiter zu sichern, führte Paul Sinton-Hewitt die ethische und integrative Sportbekleidung Contra ein.

 

Contra geht einige der Probleme an, die von anderen Bekleidungsmarken permanent übersehen und ignoriert werden, indem Sportbekleidung nicht in geschlechtsspezifischen Farben hergestellt wird, die einen viel breiteren Größenbereich abdeckt (mit 10 verschiedenen Größen für Männer und Frauen). Alles wird in europäischen Fabriken hergestellt, die faire Löhne zahlen und der gesamte Umsatzgewinn wird an parkrun gespendet.

 

 

contra

 

Im Januar 2019 gab es einen weltweiten Rekord von Gehern, Joggern und Läufern und freiwilligen Helfern an einem einzigen Wochenende. Japan wurde das 21. Land das sich mit sechs Veranstaltungen, die sich schnell im ganzen Land etablierten, der parkrun-Familie anschloss.

 

Durchschnittliche Zeiten

 

Im Jahr 2005 betrug die durchschnittliche Zeit für einen parkrun 22:17 Minuten. Im Jahr 2018 waren es 32:29 Minuten. In 14 aufeinanderfolgenden Jahren hat parkrun die durchschnittlichen Zielzeiten verlangsamt, was zeigt, dass parkrun zunehmend Teilnahmebeschränkungen beseitig und immer mehr Menschen begrüßt, für die körperliche Aktivität früher nicht in den Alltag gehörte.

 

Was als Laufveranstaltung begann ist zu einer Gemeinschaftsveranstaltung geworden, die wirklich für jeden etwas zu bieten hat. Egal ob Du gehst, joggst oder läufst oder Dich als freiwilliger Helfer meldest!

 

Nach fast 2.000 Veranstaltungen auf der ganzen Welt und 15 Jahren parkrunning, nach dem Anstieg von 13 Personen auf 4 Millionen Teilnehmer könnte man meinen, parkrun habe sich bis zur Unkenntlichkeit verändert.

 

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Aber parkrun ist immer noch kostenlos, wöchentlich und frei für Jedermann!

 

Bis ins Jahr 2024 werden jede Woche mehr als eine Million Parkläufer teilnehmen. Aber abgesehen von den Zahlen macht uns eines ganz besonders stolz: der Einfluss, den parkrun auf die Gesundheit, das Wohlbefinden und das Gemeinschaftsgefühl der Menschen auf der ganzen Welt hat und weiterhin haben wird!

 

Gemeinsam schaffen wir einen gesünderen, glücklicheren Planeten.

 

#loveparkrun
#parkrun15

 

 

 

 

 

 

 

 

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parkrun in der Schwangerschaft? Na klar!

Mein Name ist Rosie Holliday und ich nehme schon einige Jahre am parkrun teil. Das Laufen beim Carlisle parkrun ist für mich, meinen Mann und unseren Border Terrier schon zu einem Ritual am Samstagmorgen geworden.   Als ich bemerkte dass ich schwanger war, trainierte ich grade für einen 50-Meilen-Ultra-Marathon durch den Lake District National Park….

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Komm, geh mit uns!

Ja, wir wissen es, das Wort “run” steht im Namen “parkrun”. Unser Hauptziel ist es jedoch, den Menschen dabei zu helfen, aktiv zu werden und in  Gemeinschaft aktiv zu sein. Das Gehen oder Walken ist dabei mindestens so gut wie das Laufen. Vielleicht besser, weil es manchmal kommunikativer ist. Wir hören oft, dass die Leute nicht zu…