Nachrichten - 6th November 2019
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parkrun-Tourismus: Unterwegs in Skandinavien

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Es ist Zeit sich einzugestehen, dass man parkrun-abhängig ist, wenn man den zweiwöchigen Sommerurlaub mit der Familie (bestehend aus VM 4 5-49, VW 45-49 und JM 11-14, alle registriert beim parkrun Hasenheide in Berlin) so plant, dass man möglichst an jedem Samstag einen parkrun laufen kann – und dabei möglichst verschiedene parkruns in unterschiedlichen Ländern besucht.

 

So war es wenig verwunderlich, dass wir vor unseren Schweden-Urlaub ausgiebig die Landkarten der skandinavischen parkrun-Länder studierten. Bald stand unser Plan fest: Auf dem Hinweg in Kopenhagen Station machen, vom Ferienhaus nach Göteborg fahren und die Rückfahrt in Malmö unterbrechen. Das wären drei neue Standorte in zwei neuen Ländern, also eine wirklich gute parkrun-Tourismus-Ausbeute. Aber würde auch alles so klappen wie gewünscht?

 

parkrun Nr. 1: Amager Strandpark, Kopenhagen.

 

Kopenhagen macht es uns leicht. Die Stadt ist ein Traum, das Wetter wie aus dem Bilderbuch, während wir drei uns in einheitlichem Apricot auf den Weg zum Amager Strandpark parkrun machen. Am Treffpunkt, den die Website nennt, finden wir 8.45 Uhr nur eine weitere Touristin aus England vor. Um 8.50 Uhr formiert sich wie von Zauberhand eine kleine Gruppe von Läuferinnen und Läufern zwischen roten Holzhäuschen. Laufleiter Rune begrüßt neben uns nur noch zwei weitere Touristen. Der Kurs hört sich kompliziert an: Man läuft zwei Runden über die Brücken zwischen Insel und Festland, macht zwischendrin einen Abstecher zum Leuchtturm, aber die zweite Runde läuft man andersherum, alles ohne Streckenposten oder Beschilderung. Auf unsere besorgten Blicke hin versichert uns Rune, wir sollten einfach den anderen Läufern folgen, die würden den Weg gut kennen. Und recht hat er. Die Strecke ist wunderschön, führt am Wasser entlang und bietet fantastische Aussichten auf den Öresund und die beeindruckende gleichnamige Brücke.

 

 

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Nach dem Lauf beobachten wir eine nette Besonderheit der Kopenhagener: Die Barcodes der regelmäßig Teilnehmenden werden vom Team aufbewahrt und liegen nach dem Lauf auf einem kleinen Tischchen bereit.
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Samstag Nummer 2: Skatås, Göteborg.

 

Nach einer Woche in Schweden haben wir uns schon gut eingelebt und wollen am Samstagmorgen den Skatås parkrun in Göteborg ansteuern, etwa 80 km von unserem Ferienhaus entfernt. Wir erreichen Skatås zeitig genug, um noch in Ruhe mit anderen Touristen und Einheimischen zu plaudern. Die apricotfarbenen Shirts mit dem aufgedruckten Heimatparkrun macht es allen leicht, miteinander ins Gespräch zu kommen.

 

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Der Göteborger parkrun findet am Rand der Stadt in einem großen Naherholungsgebiet statt, mit exzellenter Infrastruktur und einer wirklich schönen Strecke durch den Wald und an Seen vorbei. Die Strecke ist gut ausgeschildert und es gibt viele freundliche Streckenposten.

 

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Der Laufleiter warnte uns noch, dass der zweite Teil der Strecke sehr anstrengend ist und auch er sollte recht behalten. Ab der Hälfte geht es fast durchgehend bergauf. Zuhause in der Hasenheide sind wir nur einen einzigen Hügel gewöhnt und müssen uns nun ordentlich abmühen. Nach dem Lauf stehen die Teilnehmenden noch gemeinsam beisammen, unterhalten sich und trinken mitgebrachten Kaffee und Wasser.

 

Samstag Nummer 3: Ribersborg, Malmö:

 

Dieser Samstag ist unser Abreisetag und Malmö liegt unmittelbar auf der Strecke zurück nach Berlin, allerdings gute vier Stunden vom Ferienhaus entfernt. Zum Glück starten viele skandinavische Standorte etwas später als 9 Uhr und wir gewinnen eine halbe Stunde, trotzdem müssen wir um 5 Uhr aufbrechen. Auch beim Ribersborg parkrun sind wir nicht die einzigen Touristen und werden freundlich begrüßt.

 

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Ribersborg parkrun findet in einer Park- und Sportanlage direkt am Meer statt und in der Ferne lässt sich wieder die Öresundbrücke erahnen, die wir zwei Wochen zuvor schon von der anderen Seite gesehen haben.

 

 

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Nach dem parkrun gehen die Teilnehmenden gemeinsam für eine schwedische fika (Kaffeepause mit Gebäck) in ein Café. Wir aber müssen uns leider schon von den herzlichen Helfern verabschieden und treten mit neuem Schwung den Rest der Heimfahrt an. Es war interessant, die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der verschiedenen parkruns zu beobachten.

 

Erwähnenswert sind unbedingt die unterschiedlichen Startzeiten, die innerhalb Europas zwischen 9 Uhr, 9.30 Uhr und 10 Uhr variieren. Hier kann es sich also lohnen, vor der Anreise nochmal zu überprüfen, ob man vielleicht ausnahmsweise an einem Samstag etwas länger schlafen kann als zuhause.

 

Aufgefallen ist uns auch, mit welch geringer Ausstattung und Helferzahl gerade die kleineren Standorte auskommen und wie gut trotzdem alles funktioniert. Gemeinsam haben alle besuchten parkruns die freundlichen Menschen, das herzliche Willkommen, die netten Gespräche und die schönen Laufstrecken ohne Leistungsdruck.

 

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Susan, Achim und Jonathan

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