Nachrichten - 5th February 2020

Ich komme zurück!

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Mein Name ist Jane Goodchild, eine 56 Jahre alte Frau mit der Lebenseinstellung einer 25jährigen, die immer etwas macht, das mit Sport zu tun hat.

 

Als ich an einem Samstagmorgen im Clumber Park in Nottinghamshire mit meinen Hunden joggen war, sah ich, dass gerade ein Lauf stattfand und erkannte einige Leute aus meiner Heimatstadt Retford. Ich fragte, was das für ein Lauf sei, registrierte mich und lief am folgenden Samstag meinen ersten parkrun. Das war im August 2014, und ich ging anschließend regelmäßig hin, bis ich an Weihnachten 2016, in den 100er Club aufgenommen wurde.

 

Nach einigen parkruns begann ich auch freiwillig zu helfen, was mir wirklich Spaß machte. Ich nahm auch einen Bekannten mit, der vorher nicht gelaufen war. Durch das Treffen mit den Leuten spürte ich eine starke Gemeinschaft, und das Gefühl, Teil einer großen „parkrun-Familie“ zu sein, war für mich außerordentlich inspirierend.

 

Der 21. Januar 2107 war ein normaler Samstagmorgen. Allerdings war ich besonders nervös, weil ich nach dem parkrun zu Ende packen und nach Birmingham fahren wollte, um von dort aus am nächsten Tag für eine Woche nach Andorra in den Skiurlaub zu fliegen. Ich begann den parkrun mit meinem ‚Lauffreund‘ Paul, hatte in der zweiten Runde ein kleines Geplänkel mit meiner Freundin Sandra, die Streckenposten Nummer 4 war, und mich anfeuerte, den Hügel hinaufzulaufen und dann wie sonst immer bis zum Schluss zu sprinten.

 

Aber an diesem Tag sollte es anders kommen und meine nächste Erinnerung ist, im Krankenhaus auf der Intensiv-Überwachungsstation für Herzkrankheiten aufzuwachen.
Das folgende wurde mir von anderen parkrunnern, Freunden und Familienmitgliedern erzählt: Ich schaffte es bis auf den Hügel hinauf und hatte die Ziellinie schon vor Augen, als ich offensichtlich einfach hinfiel. Die Gruppe von Läufern um mich herum reagierte sofort auf die Situation und kümmerte sich um mich, bis die Rettungskräfte eintrafen. Der Defibrillator, der nur zwei Wochen zuvor angeschafft worden war, kam das erste Mal zum Einsatz.

 

Clumber Park gehört zu einer historischen Stätte und das Team dort koordinierte den Einsatz der Rettungskräfte, Sanitäter und des Rettungshubschraubers, die alle Zugang zum Park brauchten sowie die anderen Besucher und ihre Fahrzeuge, die weiterhin in den Park kamen, um den Tag dort zu verbringen.

 

Ich wurde ins Northern General Hospital nach Sheffield geflogen. Ein Freund fuhr mit einem anderen parkrunner zum Krankenhaus, während ein weiterer Freund mein Auto und meine Hunde nach Hause brachte und meinem Partner und meiner Familie berichtete, was passiert war. Ich erlitt einen Herzinfarkt, woraufhin ich auf der Intensivstation ins künstliche Koma versetzt wurde. Als ich daraus aufgeweckt wurde, wurde ich auf die Intensiv-Überwachungsstation verlegt, wo meine Behandlung und Genesung weitergingen. Mir musste ein Stent eingesetzt werden. Die Erinnerungen an diese Zeit sind nach wie vor schwach. Immer wieder muss ich meine Freunde und Familie nach bestimmten Dingen fragen.

 

Mein jüngerer Bruder war im Monat vor meinem Herzinfarkt verstorben. Er hatte das gleiche Problem: eine verstopfte Arterie, aber leider nicht wie ich das Glück, Retter zu haben.

 

Es war ein guter Tag, als ich letztlich aus dem Krankenhaus entlassen wurde. Ich durfte nach Hause gehen und meine Hunde Stride und Dotty sehen, die ich wirklich vermisst hatte. Leider musste ich zwei Tage nach meiner Entlassung die traurige Entscheidung treffen, Dotty, meinen älteren Hund, einschläfern zu lassen. Die Routine schien zurück und das Leben ging mit all seinen Herausforderungen und Beschwerlichkeiten weiter.

 

“Vier Wochen nach meinem Unfall, an einem nassen, dunklen Samstagmorgen, ging ich zurück zum Clumber Park parkrun, um mich bei der Gemeinschaft zu bedanken, die geholfen hat, mein Leben zu retten.”

 

Ich wollte anfangen zu sprechen, konnte es aber einfach nicht, so überwältigt war ich vom Ausdruck der Sorge und den guten Wünschen von allen. Glücklicherweise kam mir der Laufleiter zu Hilfe und wusste genau das Richtige zu sagen. Er kennt die Nummer meines parkrun Barcodes immernoch auswendig! Ich sprach mit so vielen Leuten und es flossen so viele Tränen. Es gibt keine Worte um auszudrücken, was ich für die Menschen empfinde, die an dem besagten Tag geholfen haben, die mir Nachrichten der Unterstützung oder Karten schickten, die meine Familie und mich während meiner Zeit im Krankenhaus unterstützt haben.

 

Das erste Mal, das ich nach meinem Unfall wieder an parkrun teilnahm, war Anfang März 2017, als Walkerin und ich ging in der folgenden Woche wieder hin. Ich wollte das tun, war aber sehr besorgt und war den vielen anderen parkrunnern dankbar, die mich unterstützten und ermutigten, langsam anzufangen und nicht aufzugeben. In der darauffolgenden Woche hatte ich den Eindruck, dass ich die Strecke laufen könnte, brauchte aber wieder Unterstützung. Und da war mein ‚Lauffreund‘ Paul an meiner Seite. Nur neun Wochen nach meinem Vorfall brauchten wir gemeinsam 37 Minuten für die Strecke.

 

Die Erinnerungen an Gespräche mit den Ärzten sind immernoch etwas lückenhaft. Mein Partner und meine Schwester meinen jedoch, dass die Mediziner glauben, dass meine Ausdauer und Fitness mir geholfen haben, die Sache zu überstehen und mich zu erholen. Ich glaube, auch die Tatsache, dass ich immer aktiv gewesen bin und Motivation zum Laufen hatte, ermöglichten mir, so bald danach, wieder an parkrun teilzunehmen.

 

Mein Leben hat sich zweifellos verändert, aber es hat mich nicht aufgehalten, mit meinen sportlichen Aktivitäten weiterzumachen. Es bedeutet nur, dass ich aufpassen und planen muss, was ich tue und wann. Ich plane Pausen und Erholungsphasen ein, höre auf meinen Körper und verstehe, wie weit ich gehen kann.

 

Ich merke, dass ich immer fitter werde, aber es braucht Zeit. Ich habe letzten Sommer mit Hockeytraining begonnen und war über die letzten 15 Samstage am Stück bei parkrun. Leider klappte es im Winter 2018 nicht mit dem Skifahren, aber vielleicht geht es in dieser Saison. Ich komme zurück, und ich werde in den Skiurlaub gehen, auf den ich mich so gefreut habe!

 

Jane Goodchild
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Dieser Artikel ist im Original auf Englisch erschienen.

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