Nachrichten - 9th September 2020

Seelen-Verwandtschaft statt “Race”-Blick

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Wie bist Du zu parkrun gekommen? Kannst Du Dich an Deinen ersten Kontakt mit der parkrun Idee erinnern? Hattest Du vielleicht ein besonderes Erlebnis bei Deiner ersten Teilnahme oder Deinem ersten Einsatz als freiwilliger Helfer*in? Wenn Dir etwas in Erinnerung geblieben ist, berichte uns doch davon!

 

Heute erzählt uns Sigi Iro, alias Captain Boost, seine Geschichte:

 

Einige Wochen vor dem parkrun-Start in Mannheim hatte ich den Anruf einer guten Lauf-Freundin erhalten, die mir vorschwärmte, dass jetzt bald die Deutschland-Premiere einer riesigen anglo-irisch-australischen Laufbewegung ist. Mannheim ist Teil der Premiere. Es war klar, egal wie das Wetter ist, da muss Captain Boost auch am Start sein.

 

Bei der Familien-Abstimmung der Termine wurde der erste Konflikt deutlich. Meine Frau hatte am gleichen Tag einen Nikolaus-Lauf und ich hatte mich bereits als Pacer verpflichtet. Da diese Briten und Iren aber ja schon um 9 Uhr morgens starten, konnte ich Tina überzeugen, dass ich beide Läufe terminlich unterbringen kann. Es bestand jedoch der starke Wunsch, dass ich mich beim parkrun nicht verausgabe.

 

Am Samstag früh ist die Lauf-Freundin saisonal-bedingt (Nachwirkung des Weihnachtsmarktes) ausgefallen und ich musste bzw. durfte den ersten parkrun ohne Begleitung laufen. Es waren so rund 50 Leute gekommen. Die Organisatoren waren mir aufgrund ihrer unkomplizierten Art sofort sympathisch, besonders der verrückte Ire, der ständig Selfies mit der Riesengruppe machen wollte.

 

Ich hatte den Geist von parkrun damals noch nicht verstanden und wollte es unbedingt als Rennen angehen. Da die Gruppe nicht zu groß war, dachte ich mir, dass ich vielleicht eine TOP 3 Platzierung erreichen könnte. Außerdem war da noch ein alter Lauf-Rivale aus der Gegend, den ich unbedingt schlagen wollte. Bereits nach 500 Meter war klar, dass ich beides heute nicht schaffen werde. Also blieb das Minimalziel: vor der ersten Frau ins Ziel kommen. Mit ihr konnte ich eine ordentliche Pace laufen und wir pushten uns gegenseitig. Den Lauf-Rivalen aus der Gegend konnte ich trotzdem nicht erreichen. Also musste ich zumindest den Ziel-Sprint gegen die erste Frau gewinnen, was dann auch gelang. Heute würde ich mir die Blöße nicht mehr geben und Gentleman-like den Sieg der Tüchtigeren überlassen.

 

Zwar konnte ich das After-parkrun-Café an diesem Tag nicht besuchen – der zweite Lauf stand ja 2 Stunden später an. Aber mir war nach den Gesprächen im Ziel klar, hier muss ich wieder hin. Drei Wochen später war ich wieder am Start und auch im Café.

 

Ab dann war auch mir bewusst geworden, dass das Café danach und die Mitläufer der wichtigere Teil des parkruns sind. Nach einigen Monaten konnte ich auch meine Frau davon überzeugen, dass dies keine Race, sondern ein Run mit ganz viel „Soul-food“ ist.

 

Wenn ich heute die Bilder des ersten parkruns betrachte, fällt mir auf, wie viele von den Menschen, die mir ans Herz gewachsen sind, schon damals mit am Start waren. Mit dem „Race-Blick“ hatte ich Viele und Vieles damals nicht gesehen. Heute weiß ich, dass fast alle von ihnen eine Art Seelen-Verwandte sind. Für uns alle sind die Freude am Laufen und die Freude der anderen Läufer am wichtigsten.

 

Sigi Iro,  Neckarau parkrun,  A4060696 

 

Und ihr? Woran könnt ihr euch bei eurem ersten parkrun erinnern? Habt ihr nette Gespräche geführt? Eine neue Ecke eurer Stadt kennengelernt? Oder eine völlig neue Routine für den Samstagvormittag gefunden? Wir freuen uns auf eure Geschichten: deutschland @parkrun.com

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