Nachrichten - 4th November 2020

Köln – Düsseldorf: Marathon von parkrun zu parkrun

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Christopher Hall vom parkrun Aachener Weiher Köln berichtet hier über einen ganz speziellen Lauf: Er hat die beiden parkruns Köln-Düsseldorf mit einem Marathon verbunden und echten “parkrun-Geist” bewiesen.

Vor einem Jahr war ich – anlässlich des Tages der Deutschen Einheit – Gast-Veranstaltungsleitung beim Volksgarten parkrun in Düsseldorf. Schon eine Ehre, vor allem wenn man bedenkt, dass mein Heimat-parkrun Aachener Weiher parkrun in Köln ist und dass Köln und Düsseldorf in allen Bereichen, von Sport bis Bier, Konkurrenten sind. Aber parkrun verbindet eben!
Letztendlich war der Tag ein riesiger Erfolg mit vielen Teilnehmern aus anderen Ländern. Wir dachten uns damals „och schön, das machen wir nächstes Jahr auch so in Köln.“ Ihr könnt Euch denken, was aus diesem Plan geworden ist? Ja – Corona hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht…
 
Abgesagt – und nicht nur parkrun.
 
Am gleichen Wochenende hatte ich geplant, am Köln Marathon teilzunehmen. Dieses Jahr ist er allerdings nur virtuell zu absolvieren, das heißt man kann ihn laufen wo man will und wird per Handy-App getrackt. Zufälligerweise sind Volksgarten parkrun und Aachener Weiher so ungefähr eine Marathondistanz voneinander entfernt. „Hmm, mir fällt was ein.“ Und so habe ich mich relativ rasch dazu entschieden, einen Marathon auf der Strecke vom Volksgarten parkrun zum Aachener Weiher parkrun zu machen.
 
Die Entscheidung fiel mir leicht aber die Planung war doch ein bisschen aufwändiger als erwartet. Erst musste ich eine Strecke aussuchen, dann fuhr ich sie mit dem Rad zur Probe. Aufgrund von Baustellen musste ich die Strecke anpassen und Treffpunkte für eine kleine Gruppe von Helfern finden. Die Strecke hatte ich mehr oder weniger auswendig gelernt, damit ich mich bloß nicht verlaufe. Eine Packliste machte ich auch noch und dann auf einmal gab es keine Vorbereitung mehr zu machen, da der Tag schon da war.

 

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Um 8 Uhr am 5. Oktober war der Volksgarten in Düsseldorf fast menschenleer. Nicht wie bei meinem letzten Besuch hier, als hunderte Menschen aus allen Ecken der Welt vor Ort waren. Aber ich fühlte mich trotzdem wohl und ein bisschen aufgeregt, also nicht so ganz anders wie beim parkrun vor einem Jahr. Und so startete ich also meinen Lauf. Erst durch den Volksgarten, dann über Straßen und Brücken, durch Felder und Dörfer bis zum Rhein, den ich stromaufwärts entlanglief. Leider musste ich nicht nur gegen den Strom des Rheins, sondern auch gegen die starken Windböen laufen, die verhinderten, dass ich so entspannt laufen konnte wie ich mir eigentlich vorgestellt hatte. Meine kleine Gruppe von ‚Freiwilligen‘ feuerte mich an und sorgte dafür, dass ich immer mit Nahrung und Getränken versorgt war. Ohne das Anfeuern wäre das Ganze deutlich schwieriger gewesen, ich bin meinen “Streckenposten” unendlich dankbar dafür.

 

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Bei Kilometer 35 hatte ich keine Reserven mehr und wollte das Ganze abbrechen, oder zumindest das Tempo deutlich runterschrauben. Aber es steckte noch ein Wille in mir, der weder aufhören noch abbremsen erlauben konnte. Dazu wusste ich, dass am Ende Chips auf mich warten. Pure Motivation.

Endlich erreichte ich das Ende meines Marathons am Aachener Weiher und feierte, indem ich mich hinsetzte und mich erholte. Genau an dem Platz , wo ich das auch nach dem Aachener Weiher parkrun tun würde.

 

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Später, als ich im “parkrun-Café” saß, freute ich mich, dass ich die zwei parkruns trotz Corona verbinden konnte und vielleicht eine Motivation für alle allein laufenden parkrunner sein konnte. Corona zwingt uns zwar zu einer Pause, aber es zwingt uns nicht in die Knie – parkrun verbindet, und auch in den schweren Zeiten sind wir im Geiste alle verbunden und bleiben eine große parkrun-Familie!

Ich denke oft an Euch, meine parkrun-Freunde, und ich freue mich riesig drauf, Euch irgendwann wieder am Samstagmorgen persönlich begrüßen zu dürfen!

 

Christopher Hall, parkrun Aachener Weiher, Köln

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