Nachrichten - 11th November 2020

Spiel, Kreativität und Umgang mit der Langeweile

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Der britische Schulpsychologe Dr. Dan O’Hare hat mit uns über das Wohlbefindens von Kindern während der Coronavirus-Pandemie gesprochen. Dabei geht es um die Bedeutung des Spielens, der Kreativität und um den Kampf gegen die Langeweile. 

 

Wir leben gerade in einer Zeit der Unsicherheit, die jeder anders erlebt. Es gibt Kinder und Familien, die ein höheres Maß an Stress haben. Andere sind vielleicht glücklicher und entspannter, als sie vorher waren.

 

Spielen

 

Das Spiel ist vielleicht einer der wichtigsten Aspekte im Leben von Kindern. Wenn ich Kinder in der Schule treffe und sie frage: “Was machst du am liebsten in der Schule?”, antworten viele von ihnen begeistert: “Spielen!”

 

Natürlich gibt es  Unterschiede. Einige Kinder sagen, dass sie am liebsten mit anderen spielen, und einige bevorzugen es, eher alleine zu spielen. Das Spiel ist also für das Wohlbefinden und die Entwicklung von Kindern von grundlegender Bedeutung.

 

Im vergangenen Jahr veröffentlichte die Britische Abteilung für Erziehungswissenschaft und Kinderpsychologie ein Positionspapier über das Recht der Kinder auf Spiel. Das Papier beschreibt eine Reihe von Vorteilen des Spielens, darunter die Förderung des Lernens, die Lösung von Problemen, die Anpassung an Herausforderungen, das Erlernen des Umgangs mit Gefühlen und die Entwicklung sozialer Fähigkeiten.

 

Es ist wichtig , dass das Spiel nicht nur ein Mittel zum Zweck ist, sondern einen inneren Wert für die Kinder hat – es ist wichtig, weil es den Kindern Spaß macht.

 

 

 

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Kreativität

 

Manchmal neigen Erwachsene dazu, zu denken, dass sie das Spiel für Kinder z.B. mit Regeln, Spielzeug, Spielen strukturieren müssen. Diese Art von Erfahrungen sind wichtig, aber die Forschung hat auch die Bedeutung von unstrukturiertem, von Kindern geführtem Spiel gezeigt.

 

Die Vorstellungskraft von Kindern kann endlos sein, und manchmal mag ihr Spiel für uns als Erwachsene keinen Sinn ergeben.  Alberne Spiele, chaotische Spiele, raue Spiele, Rollenspiele -  das alles sind Erfahrungen, die Kinder weiter bringen.

 

Spiel kann auch zu Kreativität führen. Es ist faszinierend zu beobachten, was ein Kind mit einer alten Zeitung, Klebeband und Bleistiften machen kann. Es ist wichtig, sich Zeit für Kreativität zu nehmen, wenn wir uns über weite Strecken zu Hause aufhalten.

 

Kinder lieben es zu lernen, zu kreieren, ihre Ideen zu testen, zu bauen, umzuwerfen und wieder aufzubauen. Bleiben einige grundlegende Materialien übrig, kann die Erfahrung, etwas zu erschaffen, für das Kind sehr bereichernd sein – die Erfahrung, etwas Originelles, Einzigartiges und wirklich Eigenes zu schaffen.

 

Langeweile

 

Moderne Technologie ist allgegenwärtig, weshalb es für Kinder heute einfacher denn je ist, ständig etwas zu tun zu haben.

 

In ähnlicher Weise hatten mehrere der Schulen, mit denen ich arbeite,  das Bestreben, die Kinder ständig zu beschäftigen. Das ist nicht nur unglaublich stressig für Eltern und Betreuer, es ist auch ein Ansatz, der nicht unbedingt die Bedeutung von Langeweile anerkennt.

 

Heutzutage scheint Langeweile einen negativen Beigeschmack zu haben – etwas, das man vermeiden sollte, und eine Erfahrung, die mit Unzufriedenheit  verbunden ist.

 

Ich selbst denke oft an die langen Abschnitte der  Sommerferien in denen das Gefühl von Langeweile stark ausgeprägt war. Ich erinnere mich aber auch daran, wie ich aus dem Fenster blickte und Geschichten über die vorbeigehenden Menschen erfand, mir riesige Himmelsschlachten zwischen Krähen und Tauben vorstellte, mir alberne Lieder ausdachte und unweigerlich “etwas zu tun” fand.

 

Langeweile ist mit Problemlösung, Kreativität und Phantasie verbunden. In dieser heutigen Welt des ständigen Gehens gibt die Langeweile den Kindern und Jugendlichen auch die Möglichkeit, innezuhalten, zu schauen, zuzuhören, zu beobachten und wahrzunehmen – eine Erfahrung, die ähnlich klingt wie die der Achtsamkeit – und auf den gegenwärtigen Moment zu achten.

 

Dr. Dan O’Hare ist Erziehungspsychologe und Dozent an der Universität von Bristol, UK, Mitvorsitzender der Abteilung für Erziehungs- und Kinderpsychologie (Teil der Britischen Psychologischen Gesellschaft).

 

Der Artikel ist im Original im britischen Blog erschienen. Hier ist der Link zum englischen Original.

 

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