Nachrichten - 31st December 2020
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Rückblick auf 2020 und Hoffnung für das neue Jahr

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Während wir uns allmählich von 2020 verabschieden, schaut parkrun-Gründer Paul Sinton-Hewitt CBE auf die letzten 12 parkrun-Monate zurück, die so ganz anders waren als sonst.

 

2020 hatte so vielversprechend begonnen. Unsere Bewegung, die sich nunmehr im 16. Jahr befand, nahm Fahrt auf. Die Niederlande wurden das 22. Territorium auf der parkrun-Landkarte, wir lieferten mit “This Girl Can” zum internationalen Frauentag eine bahnbrechende Kampagne und zwischen Januar und März begrüßten wir über 200.000 neue Teilnehmende in der parkrun-Familie.

 

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Als sich die Nachrichten über das Coronavirus verbreiteten und die Gesundheitsbehörden und Regierungen auf der ganzen Welt Maßnahmen ergriffen, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen und das Risiko zu kontrollieren, mussten wir uns mit der Erkenntnis abfinden, dass parkrun zum ersten Mal seit fünfzehneinhalb Jahren überall pausieren muss.

 

Auch wenn ich die Notwendigkeit der Schließung unserer Standorte natürlich verstanden und akzeptiert habe, hat mich die Abwesenheit von parkrun doch sehr getroffen. Wie für so viele von Euch ist parkrun mein Zufluchtsort. parkrun entstand als Reaktion auf schwierige Zeiten und hat mir durch diese geholfen.

 

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Die Regelmäßigkeit und Zuverlässigkeit von parkrun gibt mir Trost, weil ich weiß, dass parkrun immer da ist: zur gleichen Zeit, am gleichen Ort, mit den gleichen freundlichen Gesichtern, der gleichen Unterstützung und Ermutigung. Eine Chance, auf andere Gedanken zu kommen oder Neuigkeiten auszutauschen, an der frischen Luft und unter anderen zu sein. Allein die Existenz von parkrun ist wie eine Insel der Ruhe in oft unruhiger See.

 

Wenn uns also etwas so Wichtiges genommen wird – ohne einen Hinweis darauf, wann es wiederkommen wird – ist es ganz natürlich, dass wir diesen Verlust spüren.

 

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Während über 2.000 Standorte auf der Welt gleichzeitig vorübergehend pausierten, gaben wir ein Versprechen. Und zwar, dass wir trotz und gerade wegen der Abwesenheit der wöchentlichen parkruns mit unserer Gemeinschaft in Verbindung bleiben würden. Wir würden alles in unserer Macht Stehende tun, um einige der Dinge anzubieten, die immer da waren: einen Ort, um mit anderen zusammen zu sein, zu reden, mitzumachen und Spaß zu haben. Eine Schulter zum Ausweinen, eine vorübergehende Ablenkung oder einen Moment, den Problemen zu entfliehen.

 

Ich denke, man kann mit Fug und Recht behaupten, dass in jenen frühen Tagen niemand von uns dachte, dass die parkrun-Pause und die umfassendere Störung des Alltags so lange andauern würden. Ohne unsere wöchentlichen parkruns haben wir neue Wege gefunden, um in Kontakt zu bleiben. So entstand das Great Big parkrun Quiz – seit dem ersten Lockdown ein fester Bestandteil an jedem Samstagmorgen und ein wöchentlicher Termin, der parkrunner*innen für 30 Minuten parkrun-Trivia und Spaß zusammenbringt.

 

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Neben dem Quiz bot die “School of parkrun” Rätsel und Aktivitäten für Kinder an. Natürlich drehte sich auch hier alles um parkrun. Wir haben Euch eingeladen, jeden Sonntag am parkrun-Aufwärmprogramm für Familien teilzunehmen, und wir begrüßten eine ganze Reihe faszinierender und berühmter Menschen, die in unseren Live-Streams ihre Geschichten erzählten.

 

Wir haben Euch auch Fragen gestellt. Im Laufe des Jahres haben wir mehr Menschen als je zuvor befragt und haben über 130.000 individuelle Antworten aus der parkrun-Gemeinschaft erhalten. Diese Antworten helfen uns dabei, Entscheidungen zu treffen, die Auswirkungen des Coronavirus auf die parkrun-Gemeinschaft zu verstehen und auch die wahrscheinliche Absicht von parkrunner*innen, zurückzukehren, wenn wir dazu in der Lage sind.

 

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Aus den Umfragen geht eines deutlich hervor: unser aller Bedürfnis, mit anderen Menschen in Kontakt zu sein. Mindestens sieben von zehn Befragten in jedem Gebiet gaben an, dass sich die Pandemie negativ auf ihre Verbindungen mit anderen in ihrer Gemeinschaft ausgewirkt hat. Der Wunsch, sich wieder als Teil einer Gemeinschaft zu fühlen, war ein wichtiger Punkt für die Mehrheit der Befragten in allen parkrun-Gebieten, die uns über mehrere Wochen hinweg gleichbleibend mitgeteilt haben, dass sie bereit sind, zur parkrun-Gemeinschaft zurückzukehren.

 

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Aus diesem Grund haben mich die Bemühungen der lokalen Gemeinschaften, ihre Mitglieder anzusprechen und mit ihnen in Kontakt zu bleiben, sehr bewegt und stolz gemacht. Ihr habt parkruns in Eurem Garten durchgeführt, virtuelle Frühstücke veranstaltet, Brettspiele entworfen, Videos gedreht, Chöre gebildet und vieles mehr. Ihr seid dem wahren parkrun-Geist treu geblieben und wart in den schwierigen Zeiten weiterhin füreinander da.

 

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Der Einfallsreichtum der parkrun-Gemeinschaft und der Wunsch, anderen zu helfen und einander zu unterstützen war nie so deutlich wie in diesem Jahr.

 

Im Juni, als alle Standorte in allen 22 parkrun-Ländern weiterhin geschlossen blieben, starteten wir (nicht)parkrun – eine Möglichkeit für alle parkrunner*innen, ihre 5-km Läufe oder Spaziergänge zu registrieren, ihren Heimat-parkrun zu vertreten und sich so wieder als Teil der parkrun-Familie zu fühlen. Wir hatten gehofft, damit in Abwesenheit von parkrun etwas motivieren und inspirieren zu können. Und es ist unglaublich, dass in 28 Wochen über 81.000 Menschen mehr als 750.000 (nicht)-parkruns registriert haben. Darunter sind 7.500 Personen, die noch nie einen parkrun absolviert haben.

 

Standort für Standort kehrt parkrun dort zurück, wo die Beschränkungen aufgehoben werden. Den Anfang machte Neuseeland, dann folgten die Falklandinseln, Teile Australiens, Japan, Guernsey, die Isle of Man, Namibia und Russland.

 

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Wir beenden das Jahr mit über 300 wieder geöffneten Standorten in sechs Ländern. Das ist weit entfernt davon, wo wir zu Beginn des Jahres waren, aber es gibt uns Hoffnung.

 

Und während unsere Standorte wieder öffnen, merke ich, wieviel Glück wir haben. Glück, weil wir solch tolle Gemeinschaften haben, die Wege gefunden haben, in den schwierigsten Zeiten füreinander da zu sein. Glück, weil wir die Unterstützung von kommerziellen Partnern haben, die an das glauben, was wir tun, die darauf vertrauen, dass es vorübergeht und uns trotzdem weiter unterstützen, und die gleichzeitig ihre eigene Reaktion auf das Coronavirus und die Auswirkungen auf ihre eigenen Unternehmen bewältigen müssen. Und Glück, weil die Organisation so sorgfältig und fachkundig von einem kleinen Mitarbeiterteam und mit Unterstützung einer wirklich wunderbaren Gruppe von Freiwilligen geführt wird.

 

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All das gibt mir viel Hoffnung und Zuversicht für 2021 und darüber hinaus.

 

Man sagt, man weiß erst, was man hatte, wenn es nicht mehr da ist. Es stimmt, dass ich durch die Abwesenheit von parkrun genau erkennen konnte, warum es funktioniert und was es so besonders macht. Menschen brauchen einander. Wir brauchen den sozialen Kontakt, das Gefühl, Teil einer Gemeinschaft zu sein, dazuzugehören. Wir müssen wissen, dass alles gut wird.

 

In diesem Jahr waren wir zwar getrennt, aber ich hatte noch nie so sehr das Gefühl, dass wir ein Teil von etwas sind. Einer Bewegung.

 

Danke für Eure Geduld, Begeisterung und Unterstützung. Ich wünsche Euch ein glückliches und gesundes 2021.

 

PSH CBE

 

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