Nachrichten - 3rd November 2021

Verwirkliche Deine Träume

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Nachdem bei Karen Worsell das Chronische Müdigkeitssyndrom (Chronic Fatigue Syndrome) diagnostiziert worden war, suchte sie nach Möglichkeiten, ihre Fitness zu erhalten. Inspiriert von ihrem Sohn und ihren Enkelkindern nahm sie sich vor, ihren ersten parkrun zu absolvieren. Jetzt möchte sie allen zeigen, dass auch sie ihre Träume verwirklichen können.

 

Dies ist ihre Geschichte.

 

Von klein auf wollte ich immer laufen. Meine Eltern waren beide in jungen Jahren Leichtathleten. Mein Vater war ein begeisterter Langstreckenläufer und meine Mutter eine aufstrebende Sprinterin, die 1948 nur knapp die Aufnahme in die britische Olympiamannschaft verpasste. Ich habe den Enthusiasmus meiner Eltern für die Leichtathletik und den Sport im Allgemeinen geerbt, wenn auch nicht ihre Fähigkeiten. Als Kind habe ich mich immer sehr bemüht, in die Schulmannschaften aufgenommen zu werden. Meist aber ohne Erfolg.

 

Während des Studiums habe ich ein paar Mal versucht, mit Freunden zu joggen. Aber irgendwie habe ich es nie geschafft, das regelmäßig durchzuhalten. Es gab aber immer den Teil in mir, der sich insgeheim danach sehnte, laufen zu können.

 

Nach dem Abschluss meines Studiums und dem Einstieg in den Arztberuf, der Heirat und der Geburt zweier Kinder war es wieder ein Wunsch, ein gewisses Maß an Fitness zu bewahren. Es gab mehrere kurze Versuche, wieder mit dem Laufen anzufangen, aber diese waren fast immer nur von kurzer Dauer. Frustriert über meine mangelnden Fortschritte, wurde ich schnell entmutigt und gab auf.

 

Und dann, mit Anfang vierzig, begann ich allmählich verschiedene Symptome zu entwickeln, von denen das Hauptsymptom eine überwältigende Müdigkeit war. An vielen Nachmittagen kam ich erschöpft von meiner Arbeit als Teilzeit-Hausarzt heim und verbrachte dann ein paar Stunden im Bett, bevor die Kinder von der Schule kamen. Nach etwa 18 Monaten in diesem Zustand kündigte ich meine Stelle, da ich mich nicht in der Lage sah, meine medizinischen Aufgaben weiterhin in akzeptabler Weise zu erfüllen. Später wurde ich an einen Spezialisten in Liverpool überwiesen, der bei mir ein chronisches Müdigkeitssyndrom (CFS/ME) diagnostizierte.

 

Zwanzig Jahre später und nach verschiedenen Behandlungen hat mich diese Krankheit immer noch nicht losgelassen, und ich lerne immer noch, mich zu beherrschen und mit ihr zu leben. In der schlimmsten Phase hatte ich Schmerzen am ganzen Körper und konnte nur schwer gehen, Treppen steigen oder bergauf gehen, und ich fühlte mich die meiste Zeit des Tages als ob ich im Bett bleiben müsste. Wenn das Gehen schon schwierig war, schien Laufen nicht in Frage zu kommen. In den letzten Jahren habe ich jedoch einige Fortschritte gemacht, was zum Teil darauf zurückzuführen ist, dass ich begonnen habe, täglich einen Nachmittagsspaziergang zu machen. Dieser Spaziergang dauerte anfangs weniger als fünf Minuten und wurde über einen Zeitraum von mehreren Monaten allmählich gesteigert, bis ich an den meisten Nachmittagen 20-30 Minuten in einem vernünftigen Tempo ging.

 

In der Annahme, dass dieses Aktivitätsniveau das Beste war, was ich mir mit 62 Jahren und meiner Krankengeschichte erhoffen konnte, wollte ich versuchen, diese Fitness so lange wie möglich aufrechtzuerhalten.

 

Dann, vor etwas mehr als 18 Monaten, im Januar 2020, erhielt ich die Nachricht von meinem Sohn,  dass er und seine 10-jährige Tochter gerade ihren ersten parkrun am Standort Watergrove in Rochdale absolviert hatten. Ich hatte schon vorher von parkrun gehört, wusste aber nur, dass es sich um eine 5-Kilometer-Distanz handelt, an der jeder teilnehmen kann. Ich habe meinem Sohn damals nichts davon erzählt, aber in mir keimte ein schwacher Hoffnungsschimmer auf, dass es vielleicht eine kleine Chance geben könnte, dass ich eines Tages mit meinem Sohn und meiner Enkelin an einem parkrun teilnehmen könnte.

 

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Ich informierte mich im Internet über den “Couch-to-5k-Kurs” und vereinbarte mit meinem Mann Ende Januar das gemeinsam zu machen. Leider verletzte ich mich etwa 10 Tage nach Beginn des Programms am Knie, verbrachte die nächsten vier Wochen in der Physiotherapie und konnte nicht trainieren! Nach meiner Genesung versuchte ich es erneut, und zu diesem Zeitpunkt war mein Mann bereits auf halbem Weg durch den Kurs und verschwand in der Ferne, während ich mich abmühte, eine Minute zu laufen und eine Minute zu gehen! Ich schaffte es etwa bis zur vierten Woche, fand aber die wöchentlichen Steigerungen zu viel für mich, auch wenn ich einige Wochen wiederholte. Dann stieß ich auf ein Programm namens “None2Run”, das von einem kanadischen Lauftrainer namens Mark Kennedy ins Leben gerufen worden war. Der Kurs dauerte 12 Wochen und begann mit einem 30-minütigen Lauftraining. Dazu gehörten auch Kraft- und Beweglichkeitsübungen, die ich an den Tagen zwischen den Läufen durchführen konnte, um das Verletzungsrisiko zu verringern. Mark war per E-Mail erreichbar und eine große Hilfe für mich, ebenso wie die Online-Gemeinschaft None2Run mit ähnlichen Laufanfängern. Mit ihrer Unterstützung und der ständigen Ermutigung meines Mannes konnte ich schließlich an meinem 63. Geburtstag im vergangenen Juni 20 Minuten am Stück laufen und kurz darauf das Programm abschließen!

 

Mein nächstes Ziel war es, weiterhin dreimal pro Woche zu laufen und meine Distanz allmählich auf 5 km zu erhöhen, um dann einen parkrun zu absolvieren! Ich wusste, dass man nicht den gesamten parkrun laufen oder auch nur die ganze 5 km-Strecke absolvieren musste und dass ich auch als Freiwillige mitmachen konnte. Meine persönliche Herausforderung war es aber, die 5 km-Strecke laufen zu können.

 
Das einzige Problem dabei war die Tatsache, dass COVID-19 nur wenige Wochen nach meinem Einstieg in das Laufen aufkam und im März letzten Jahres alle parkruns ausgesetzt wurden. Positiv betrachtet, gab mir dies Zeit, in den folgenden Monaten allmählich Kraft und Ausdauer aufzubauen. Ich fragte auch meine Enkelkinder, ob sie mit Oma laufen wollten, woraufhin mich meine beiden ältesten Enkelinnen (im Alter von 10 und 12 Jahren) oft bei meinen Läufen entlang des Rochdale-Kanals begleiteten.

 

Schließlich kam der Tag, an dem der Termin für die Wiedereröffnung von parkrun bekannt gegeben wurde. Am Samstag, den 24. Juli 2021, ging mein Traum in Erfüllung, als ich zusammen mit meinem Sohn und meinen beiden Enkelinnen den Hang hinauf zum Start des Watergrove parkruns ging. Ich hatte gehört, wie hügelig und anspruchsvoll diese 5 km-Strecke war. Also bereitete ich mich geistig darauf vor und beschloß, an einigen der Anstiege zu walken und es nicht zu übertreiben. Insgesamt hoffte ich, den Lauf in 40 Minuten oder weniger absolvieren können.

 

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Das Wetter war gut zum Laufen — kühl, aber trocken, und es wehte nur eine leichte Brise. Ich lief neben meiner 10-jährigen Enkelin, ein paar Meter hinter meinem Sohn und meiner älteren Enkelin, und wir gruppierten uns im hinteren Teil des Feldes ein. Ich musste einen großen Teil der Steigungen gehen (sie waren anstrengend!), aber ich genoss die Abwärtspassagen und die Aussicht von oben. Als die Strecke auf dem letzten Stück entlang des Ufers des Stausees flacher wurde, konnte ich durchlaufen und fühlte im Ziel, dass ich etwas erreicht hatte.

 

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Inzwischen habe ich mir ein paar Trail-Schuhe gekauft, die mir auf dem unebenen Gelände helfen sollen. Damit bin ich letzten Samstagmorgen zu meinem zweiten Parkrun zurückgekehrt. Es fühlte sich großartig an, ein “erfahrener” parkrunner und keine Erläuferin zu sein, obwohl ich noch aufgeregt war, als ich an den Start ging. Meine Familie konnte mich diesmal nicht begleiten, aber ich unterhielt mich mit ein paar anderen Teilnehmenden, während wir auf den Start warteten. Es war schön zu hören, wie sie mich anfeuerten, als sich unsere Wege an verschiedenen Stellen der Strecke kreuzten. Ich habe sogar meine Zeit vom ersten Mal um fast zwei Minuten verbessert.

 

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Ich habe auf jeden Fall vor, weiter am Watergrove-parkrun teilzunehmen, solange ich körperlich dazu in der Lage bin. Ich bin auch sehr dankbar für den ersten Hinweis meines Sohnes, der mich dazu inspiriert hat, überhaupt damit anzufangen. Ich kann parkrun allen empfehlen. Es ist eine großartige Möglichkeit, sich fit und aktiv zu halten, Freunde zu finden und die eigenen Träume zu verwirklichen.

 

Karen Worsell

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