Nachrichten - 25th May 2022

parkrun ist ein neues Zuhause

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Jane lebte in der Ukraine, bis ihr Leben plötzlich auf den Kopf gestellt wurde. Nachdem sie sich zunächst in einem Bunker versteckt hatte, machte sie sich zusammen mit ihrer Mutter auf die beschwerliche Reise nach Italien und fand dort eine Familie, bei der sie bleiben konnte.

 

Inmitten der Wirren erzählt uns Jane, wie die Herzlichkeit der parkrun-Gemeinschaft zu einer Konstante in ihrem neuen Leben geworden ist.

 

Ich bin Ukrainerin und habe die letzten sieben Jahre in Kiew gelebt und gearbeitet. Am 24. Februar wurde ich sehr früh am Morgen durch laute Explosionen  geweckt. Unsere Welt wurde in einem einzigen Augenblick auf den Kopf gestellt.

 

In den ersten Tagen verbrachten mein Partner und ich die Nacht in einem Bunker in der Schule in der Nähe unseres Hauses. Dann wurde uns gesagt, dass es auch relativ sicher sei, wenn wir uns in unseren Häusern verstecken, und das taten wir auch. Bei jeder einzelnen Sirene haben wir gebetet.

 

Die Gegend um Kiew wurde immer gefährlicher, und ich musste in die Westukraine fliehen. Über eine Website, die hilfsbedürftige Ukrainer mit Menschen zusammenbringt, die eine vorübergehende Unterkunft anbieten können, kam ich in Kontakt mit einer Familie in Italien. Sie sagten mir, dass meine Mutter und ich bei ihnen einen sicheren Ort zum Leben finden könnten.

 

 

Die folgenden Tage waren eine Herausforderung: eine lange Reise, ein neues Land, eine neue Kultur, eine neue Sprache und eine neue Familie. In diesen verwirrenden und schwierigen Zeiten waren wir definitiv auf der Suche nach Stabilität und Beständigkeit. Diese fanden wir anders, als wir erwartet hatten.

 

Drei Tage nach unserer Ankunft in Italien waren wir bereits bei parkrun angemeldet und haben seit dem jeden Samstag teilgenommen. Ich bin ein Mal spaziert  und beim zweiten Mal gelaufen, meine Mutter war erst Streckenposten und hat dann die Zeit gestoppt. Mittlerweile ist sie jede Woche für die Zeitnahme zuständig. Sie spricht kein Italienisch, aber sie ist großartig!

 

Es gibt so viele wunderbare Menschen bei parkrun – wir verstehen nicht alles, was sie sagen, aber wir wissen, dass sie freundlich sind und uns helfen wollen. Wir tun unser Bestes, um alles zu verstehen und um Teil des italienischen Lebens zu werden. parkrun ist eine sehr stabile Konstante in unserem neuen, anderen Leben. Wir wissen jetzt, wie es funktioniert, wir wissen, was wir erwarten können, und wir haben jede Woche Leute, die wir grüßen können, egal in welcher Sprache!

 

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Ich wertschätze alles, was wir jetzt haben, und bin der parkrun-Gemeinschaft, den Italienern und so vielen Menschen auf der Welt, die uns auf so vielfältige Weise helfen, sehr dankbar.

 

Джейн Доу (Jane Doe)

 

Die parkrun Standortleitung sagt dazu:

 

“Nach einer traumatischen Reise kamen Jane Doe und ihre Mutter in Italien, in unserem Haus, an. Es war ein Mittwoch. Ich bin parkrun-Veranstaltungsleiter, und natürlich haben wir sie gleich bei parkrun in Italien angemeldet. Sie war am ersten Samstag gleich dabei. Bei ihrem zweiten parkrun war die Mutter gleich Zeitnehmerin. Sie sprach kein Italienisch und sehr wenig Englisch. Sie hat es gerockt! Ihre Tochter verblüffte uns mit ihrem tollen Lauf. Sie lächelte dabei die ganze Zeit.

 

Die parkrun-Gemeinschaft war großartig – Laufschuhe und Kleidung wurden zur Verfügung gestellt. (Wenn man sein Land in Eile verlässt, haben Laufschuhe und Sportkleidung nicht die höchste Priorität!) Allen lag am Herzen, dass sich die beiden einbezogen und willkommen fühlen. Es war überwältigend. Ich war begeistert, wie viele Menschen helfen wollten und tatsächlich auf unterschiedliche Weise geholfen haben.

 

Jede Woche hängt nun unsere parkrun-Tafel, auf der die parkrun-Nummer, das Datum und andere Infos die jeweilige Woche stehen, in mindestens zwei Sprachen aus, nämlich in Italienisch und Russisch (der Sprache, die Mutter und Tochter miteinander sprechen), und oft auch in Englisch für unsere Touristen.”

 

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parkruns sind sichere Orte für alle.

 

#loveparkrun

#liebeparkrun

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